Anpacken für Bovenden - Kommunalwahlprogramm der FDP Bovenden zu den Kommunalwahlen 2026
Präambel
Der Flecken Bovenden ist eine lebenswerte Gemeinde mit starken Ortsteilen, engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie einem vielfältigen Vereins‑ und Wirtschaftsleben. Damit das auch in Zukunft so bleibt, braucht es eine Kommunalpolitik, die Probleme ehrlich benennt, Prioritäten setzt und verantwortungsvoll mit den vorhandenen finanziellen Spielräumen umgeht.
Als Freie Demokraten stehen wir für eine Politik der Vernunft: Für gute Bildung, eine leistungsfähige Infrastruktur, eine moderne Verwaltung und verlässliche Rahmenbedingungen für Familien, Ehrenamt und Wirtschaft. Freiheit, Eigenverantwortung und Bürgernähe sind dabei unsere Leitlinien.
Mit diesem Wahlprogramm legen wir unsere Ideen und Ziele für die kommende Wahlperiode offen dar – pragmatisch, lösungsorientiert und fest im kommunalen Alltag verankert.
Schule, Sport, Kultur und Heimatpflege
Gute Bildung ist die Grundlage für die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinde. Wir setzen uns daher für gut ausgestattete Grundschulen ein. Hierzu gehört die grundlegende Gebäudeinfrastruktur ebenso wie die flächendeckende digitale Ausstattung unserer Schulen mit schnellem Internet sowie Smartboards, Tablets und Laptops in allen Klassenräumen. Darüber hinaus wollen wir eine Initiative aus der vergangenen Wahlperiode erneut aufgreifen und die Grundschulen mit Trinkwasserspendern ausstatten. Sie leisten einen Beitrag zur Gesundheit der Kinder und fördern zugleich einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.
Sichere Schulwege müssen für alle Schülerinnen und Schüler im Flecken Bovenden gewährleistet sein. Dies wollen wir durch gezielte Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung erreichen, etwa durch Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Fahrbahnverengungen. Bereits jetzt bestehende Initiativen für einen sicheren Schulweg sollen durch Verwaltung und Kommunalpolitik aktiv unterstützt werden, beispielsweise durch die Bereitstellung von Warnwesten und anderer erforderlicher Materialien. Auch die von uns in der letzten Wahlperiode erneut aufgegriffene Initiative, gelbe Fußabdrücke auf den Fußwegen zu den Grundschulen aufzubringen, wollen wir in Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht Bovenden intensivieren.
Viele Vereine und ehrenamtliche Initiativen stehen vor der Herausforderung, genug Freiwillige für ihre wichtige Arbeit in unserer Gemeinde zu gewinnen. Wir wollen Vereine deshalb unbürokratisch und verlässlich unterstützen. Ob für eine Straßensperrung anlässlich eines Kinderferienprojektes, durch finanzielle Zuschüsse für besondere Aktionen oder die unentgeltliche Bereitstellung von Räumlichkeiten der Gemeinde für Vereinsveranstaltungen: Der Flecken Bovenden soll sich durch schnelle und unkomplizierte Unterstützung für seine Vereine auszeichnen.
Im Bereich der Heimatpflege möchten wir das Netz von Spazierwegen rund um unsere Ortschaften bedarfsgerecht ausweiten und vorhandene Lücken, wo immer möglich, schließen.
Die vorhandenen Dorfgemeinschaftshäuser sollen als zentrale Anlaufstellen der dörflichen Gemeinschaft erhalten bleiben.
Entsprechend dem von uns im Ortsrat Bovenden bereits Anfang 2026 eingebrachten Antrag wollen wir die Verbindungsstraße zwischen alter und neuer Bundesstraße 3 nach dem ehemaligen Bovender Bürgermeister Horst Linke benennen. So halten wir das Andenken an einen verdienten Bovender Kommunalpolitiker aufrecht. Derartige Benennungsvorschläge aus parteipolitischen Erwägungen abzulehnen, wie es die bisherige Mehrheit im Ortsrat Bovenden getan hat, halten wir für unangemessen.
Unser Ratsburgbad in Reyershausen wollen wir erhalten und weiter attraktiv gestalten. Beispielsweise wollen wir prüfen lassen, ob sich durch eine interkommunale Zusammenarbeit eine kombinierte Jahreskarte für das Ratsburgbad Reyershausen und das Hallenbad in Nörten-Hardenberg etablieren lässt. So leisten wir einen Beitrag dazu, dass Schwimmerinnen und Schwimmer ganzjährig ein attraktives Angebot erhalten.
Unsere Forderungen auf einen Blick:
- Ausstattung der Grundschulen mit digitalen Endgeräten und Trinkwasserspendern
- Schaffung sichere Schulwege, u.a. Aufbringung gelber Fußabdrücke
- Verlässliche Unterstützung unserer Vereine und Initiativen
- Erhalt der Dorfgemeinschaftshäuser
- Benennung der Verbindungsstraße von alter und neuer B3 nach Horst Linke
- Kombikarte für Ratsburgbad Reyershausen und Hallenbad Nörten-Hardenberg
Feuerwehr
Die Freiwilligen Feuerwehren im Flecken Bovenden leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger. Dieses Engagement verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch verlässliche politische und administrative Unterstützung.
Auch in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte müssen Investitionen in unsere Feuerwehren daher Vorrang vor anderen Investitionsentscheidungen haben.
Förderprogramme von Land und Bund müssen für die Feuerwehren vor Ort schnell, transparent und unbürokratisch zugänglich sein. Die Verwaltung des Flecken Bovenden soll die Feuerwehren dabei unterstützen, Fördermöglichkeiten effizient zu nutzen, und Antragsverfahren praktikabel begleiten.
Wo es sinnvoll ist, befürworten wir zudem interkommunale Zusammenarbeit, etwa bei der Beschaffung von Fahrzeugen oder Ausrüstung. Gemeinsame Lösungen können Kosten senken, Ressourcen bündeln und die Einsatzfähigkeit insgesamt stärken, ohne die Eigenständigkeit der einzelnen Ortsfeuerwehren einzuschränken.
Der in der kommenden Wahlperiode anstehende Neubau mehrerer Feuerwehrgerätehäuser soll möglichst bürokratiearm gestaltet werden. Wo dies praktikabel erscheint und auf die Zustimmung der Kameradinnen und Kameraden stößt, soll auch der Bau von Feuerwehrhäusern in Modulbauweise geprüft und vorbehaltlich einer positiven Prüfung umgesetzt werden. Mit Blick auf die seit Jahren vorherrschenden Probleme bei der Erteilung von Baugenehmigungen durch den Landkreis Göttingen erwarten wir von unserer Gemeindeverwaltung gerade im Bereich der Feuerwehrgerätehäuser Pragmatismus. Verzögerungen beim Bau von notwendiger Infrastruktur für unsere Feuerwehren, die durch ausbleibende Baugenehmigungen verursacht werden, sind in jedem Fall zu vermeiden.
Die erfolgreiche Kinder- und Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehren wollen wir weiterhin unterstützen. Im Hinblick auf zusätzliche denkbare Angebote für die Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehren wie auch hinsichtlich aller weiteren Belange der Feuerwehren (beispielsweise der Höhe der Aufwandsentschädigungen) wollen wir den guten parteiübergreifenden Austausch zwischen Feuerwehr, Verwaltung und Kommunalpolitik fortsetzen.
Bisher führen Straßenbaustellen häufig dazu, dass nicht nur private PKW und Busse auf längere Umleitungsstrecken ausweichen müssen, sondern auch Feuerwehrautos und Krankenwagen. Dies kann in Notfällen zu gefährlichen Zeitverzögerungen führen. Daher sollen Baustellen in Zukunft möglichst so konzipiert werden, dass ein ausreichender Fahrstreifen für Rettungsfahrzeuge verbleibt.
Soweit noch nicht erfolgt, sollen unsere Feuerwehrgerätehäuser flächendeckend mit smarten Rauchwarnmeldern ausgestattet werden. So gewährleisten wir, dass im Falle eines Brandes eine automatische Alarmierung der Ortsbrandmeister und Nachbarwehren erfolgt.
Unsere Forderungen auf einen Blick:
- Vorrang der Feuerwehr vor anderen Investitionsentscheidungen
- Effiziente Nutzung von Förderprogrammen
- Interkommunale Zusammenarbeit bei der Beschaffung
- Bürokratiearmer Neu- und Ausbau der Feuerwehrgerätehäuser
- Fortsetzung des überparteilichen Austausches beim Thema Feuerwehr
- Rettungsstreifen an Straßenbaustellen
- Smarte Rauchwarnmelder für alle Feuerwehrgerätehäuser
Jugend und Soziales
Politik auf allen Ebenen – von der Bundespolitik bis hinein in unsere Gemeinde – leidet häufig darunter, dass die Belange junger Menschen nur unzureichend Gehör finden. Wir wollen dem bewusst entgegenwirken und die Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche im Flecken Bovenden stärken.
Hierzu kann beispielsweise ein Kinder- und Jugendparlament gehören, dessen Vertreter mit beratendem Sitz in den Fachausschüssen des Flecken Bovenden an der Kommunalpolitik in unserer Gemeinde mitwirken.
Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind genug Kita‑ und Krippenplätze im gesamten Gemeindegebiet unerlässlich. Dabei wollen wir uns nicht allein damit zufriedengeben, jedem Kind einen Betreuungsplatz in irgendeinem Ortsteil des Flecken Bovenden anbieten zu können. Unser Anspruch ist es, dass jede Familie ein möglichst wohnortnahes Betreuungsangebot für ihre Kinder erhält. Um bestmöglich auf die Bedürfnisse der Bovender Familien eingehen zu können, wollen wir erneut eine Bedarfsabfrage unter den Eltern initiieren. Diese Initiative unsererseits ist in der Wahlperiode 2021-2026 von der Ratsmehrheit abgelehnt worden.
Für junge Menschen aller Altersgruppen braucht es zudem ausreichend Begegnungsorte in unserer Gemeinde. Hierzu kann für Jugendliche zum Beispiel eine Graffitiwand gehören, wie wir sie in der ablaufenden Wahlperiode bereits im Ortsteil Lenglern beantragt haben. Für die jüngsten Einwohnerinnen und Einwohner wollen wir die vorhandenen Spielplätze erhalten, weiterentwickeln und bedarfsgerecht ausbauen. Darüber hinaus soll das Spielplatzangebot erweitert werden, zum Beispiel durch den Bau von Wasserspielplätzen und Pumptracks. In dem Wissen, dass die angespannten öffentlichen Haushalte die Realisierung solcher Projekte erschweren, wollen wir alternative Finanzierungsmöglichkeiten wie beispielsweise Crowdfunding und Sponsoring durch lokale Unternehmen prüfen.
Für uns gilt dabei unverändert: Kinderlärm ist Zukunftsmusik. Der Abbau von Spielgeräten auf Spielplätzen oder auf Kita‑ und Schulgeländen wegen behaupteter Lärmbelästigungen kommt für uns nicht in Frage. Kinder brauchen Raum zum Spielen, Lernen und Wachsen – auch und gerade in einer lebendigen Gemeinde.
Die Höhe der Krippen-Beiträge muss gerecht ausgestaltet werden. Wie bereits in der Wahlperiode 2021-2026 lehnen wir es insbesondere ab, dass eine Erhöhung der Beiträge überproportional zulasten von Doppelverdienern ausgestaltet wird. Eine solche Beitragsstruktur, wie sie von der gegenwärtigen Ratsmehrheit 2024 beschlossen worden ist, ist ein Angriff auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eine auskömmliche Finanzierung unserer Betreuungseinrichtungen muss durch einen Schulterschluss aller politischen Ebenen gewährleistet, aber darf nicht auf dem Rücken der Eltern ausgetragen werden.
Unsere Forderungen auf einen Blick:
- Einführung eines Kinder- und Jugendparlaments
- Möglichst wohnortnahe Betreuungsangebote
- Begegnungsorte für junge Menschen (z.B. Graffitiwand, Spielplätze, Pumptrack)
- „Kinderlärm ist Zukunftsmusik“: Priorität von Spielgeräten gegenüber Lärmschutz
- Gerechte Ausgestaltung von Krippen-Beiträgen
Bauen und Umwelt
Ziel einer nachhaltigen Bau‑ und Umweltpolitik muss es sein, die Bedürfnisse nach bezahlbarem Wohnraum, notwendiger öffentlicher wie auch privatwirtschaftlicher Infrastruktur sowie Umwelt‑, Klima‑ und Naturschutz verantwortungsvoll miteinander in Einklang zu bringen. Für uns bedeutet Nachhaltigkeit dabei nicht Stillstand, sondern eine vorausschauende und ausgewogene Entwicklung unserer Gemeinde.
Neubaugebiete wollen wir bei Bedarf entsprechend den Planungen des im Jahr 2021 aufgestellten Flächennutzungsplans ausweisen. Neben der Entwicklung von Quartieren mit Mehrparteienhäusern machen wir uns dafür stark, dass weiterhin auch Einfamilienhäuser im Flecken Bovenden gebaut werden können, soweit hierfür Bedarf besteht. Unterschiedliche Lebensentwürfe brauchen vielfältige Wohnangebote.
Für eine zukunftsfähige Mobilität halten wir sowohl den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs als auch die Stärkung des Radverkehrs für erforderlich. Insbesondere eine regelmäßige Busverbindung zwischen Lenglern und Bovenden ist für uns von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus setzen wir uns für den Ausbau wichtiger Radwegeverbindungen ein, unter anderem auf den Strecken Lenglern – Bovenden, Reyershausen – Billingshausen sowie vom Abzweig Plesse nach Reyershausen.
Am Bahnhaltepunkt in Lenglern nehmen wir die Deutsche Bahn weiterhin in die Pflicht, endlich für Barrierefreiheit zu sorgen. Vorschläge für eine Umsetzung der Barrierefreiheit liegen seit Jahren auf dem Tisch, scheitern bisher aber an der fehlenden Umsetzung. Entlang der Bahnstrecke Göttingen – Bodenfelde setzen wir uns zudem unverändert für die Beschrankung der Bahnübergänge in Lenglern und Emmenhausen ein, um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.
Der Umstieg auf Elektromobilität kann nur gelingen, wenn ein hinreichendes Netz aus öffentlichen Ladesäulen sowie privaten Wallboxen zur Verfügung steht. Auch wenn wir davon überzeugt sind, dass der Ausbau von Ladeinfrastruktur grundsätzlich eine privatwirtschaftliche Aufgabe ist, kann ein kommunales Grundangebot an öffentlichen Ladesäulen den Umstieg unterstützen. In diesem Zusammenhang wollen wir unsere bereits in der vergangenen Wahlperiode eingebrachte Idee weiterverfolgen, Straßenlaternen als potenzielle Ladepunkte zu nutzen. Gleichzeitig muss der Flecken Bovenden seinen Einfluss auf die Gemeindewerke geltend machen, um eine leistungsfähige und zukunftssichere Stromnetzinfrastruktur sicherzustellen. Nur so wird unser Stromnetz dem durch die Elektromobilität zunehmenden Strombedarf gerecht werden können.
Auch die Gemeinde selbst sollte beim Thema Elektromobilität mit gutem Beispiel vorangehen. Wir setzen uns dafür ein, die Fahrzeugflotte des Flecken Bovenden schrittweise auf elektrisch betriebene Fahrzeuge umzustellen. Insbesondere die Fahrzeuge des Betriebshofes, die überwiegend innerhalb des Gemeindegebietes eingesetzt werden, eignen sich hierfür in besonderer Weise.
Dem Ausbau der erneuerbaren Energien stehen wir auch im Flecken Bovenden aufgeschlossen gegenüber. Beim Ausbau von Windkraftanlagen legen wir dabei Wert auf hinreichende Abstandsregelungen, um die Akzeptanz in der Bevölkerung nicht zu gefährden. Photovoltaikanlagen sollen vorrangig auf bereits versiegelten Dachflächen installiert werden. Demgegenüber halten wir Freiflächen-Photovoltaikanlagen nur insoweit für angemessen, als dies für die Energieversorgung auch unter Würdigung der Belange der Landwirtschaft erforderlich ist.
Unser bereits vor einigen Jahren initiiertes Projekt der Pflanzung von Neugeborenenbäumen im Flecken Bovenden wollen wir fortsetzen und perspektivisch auf weitere Ortsteile ausweiten. Damit verbinden wir Umweltbewusstsein mit einem sichtbaren Zeichen für Zukunft und Zusammenhalt.
Durch die vorgenannten Maßnahmen leisten wir einen effektiven kommunalen Beitrag zum Klimaschutz. Zugleich legen wir Wert darauf, dass der Flecken Bovenden keine Maßnahmen ergreift, die die gesellschaftliche Akzeptanz für Klimaschutz gefährden. Ideen wie der Einführung autofreier Sonntage, wie sie in dem 2024 gegen unsere Stimmen im Gemeinderat beschlossenen Klimaschutzkonzept zu finden sind, stehen wir kritisch gegenüber. Zudem legen wir Wert darauf, dass die politischen Maßnahmen zum Klimaschutz zielgerichtet und effizient umgesetzt und insoweit die richtigen Schwerpunkte gesetzt werden. Soweit im Klimaschutzkonzept beispielsweise die Förderung von Flohmärkten angestrebt wird, halten wir einen politischen Eingriff in gut funktionierende private Initiativen für nicht angezeigt. Hierfür Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler einzusetzen, ist nach unserer Auffassung nicht vermittelbar.
Unsere Forderungen auf einen Blick:
- Bedarfsgerechte Ausweisung von Neubaugebieten, auch für Einfamilienhäuser
- Ausbau von ÖPNV und Radwegen
- Barrierefreiheit am Bahnhaltepunkt Lenglern
- Beschrankung der Bahnübergänge in Lenglern und Emmenhausen
- Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur, unter anderem durch „Ladelaternen“
- Ausbau erneuerbarer Energien unter Wahrung der Akzeptanz in der Bevölkerung
- Pflanzung weiterer Neugeborenenbäume
- Kritischer Umgang mit dem Klimaschutzkonzept
Finanzen und Wirtschaft
Die Wirtschaft in ganz Deutschland und so auch im Flecken Bovenden steht seit mehreren Jahren unter erheblichem Druck. In dieser Situation begreifen wir Freie Demokraten es als unsere Aufgabe, die lokale Wirtschaft politisch zu unterstützen und ihr verlässliche Rahmenbedingungen zu bieten. Denn für uns ist klar: Ohne unsere Unternehmerinnen und Unternehmer und ohne ihre Steuerzahlungen kann sich der Flecken Bovenden weder den Erhalt der bestehenden noch die Schaffung neuer Infrastruktur leisten. Auch der laufende Betrieb der Verwaltung ist ohne eine starke lokale Wirtschaft nicht dauerhaft zu sichern.
Den von der aktuellen Ratsmehrheit eingeschlagenen Weg, finanziellen Engpässen mit einer Erhöhung der Gewerbesteuer zu begegnen, lehnen wir ab. Bereits die Erhöhung der Gewerbesteuer um 30 Hebesatzpunkte zum 01.01.2026 haben wir nicht mitgetragen. Auch künftig werden wir uns weiteren Erhöhungen entschieden entgegenstellen. Um Planungssicherheit für die ansässigen Betriebe zu schaffen, fordern wir erneut den Beschluss eines Gewerbesteuermoratoriums bis zum Ablauf der Wahlperiode im Jahr 2031.
Finanzpolitisch steht für uns fest: Der Flecken Bovenden hat kein Einnahme‑, sondern ein Ausgabeproblem. Zwar können finanzpolitische Maßnahmen zur Finanzierung des Gemeinwohls im Einzelfall gerechtfertigt sein. So haben wir in der Wahlperiode 2021-2026 eine moderate Erhöhung der Grundsteuer mitgetragen. In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten fordern wir jedoch sowohl für private Haushalte als auch für Unternehmen den konsequenten Verzicht auf weitere Steuererhöhungen. Mit uns wird es in der kommenden Wahlperiode keine Erhöhung kommunaler Steuern geben – weder der Gewerbesteuer noch der Grund‑ oder Hundesteuer. Auch die Einführung neuer kommunaler Steuern, etwa einer Zweitwohnsitzsteuer, wie sie von anderen Parteien ins Gespräch gebracht worden ist, lehnen wir ab.
Als Liberale sind wir davon überzeugt, dass Unternehmerinnen und Unternehmer selbst am besten wissen, wie sie ihre Betriebe erfolgreich führen. Aufgabe der Kommunalpolitik ist es daher nicht, zu bevormunden, sondern zu ermöglichen. Dazu gehört der Abbau unnötiger Bürokratie ebenso wie die bedarfsgerechte Ausweisung neuer Gewerbeflächen.
Um die Grundversorgung insbesondere in den Ortsteilen unserer Gemeinde zu sichern und weiterzuentwickeln, wollen wir zudem innovative Formen der Nahversorgung unterstützen. Hierzu zählen beispielsweise 24/7‑Supermärkte mit Selbstbedienung, die einen wichtigen Beitrag zur Versorgung im ländlichen Raum leisten können.
Unsere Forderungen auf einen Blick:
- Gewerbesteuermoratorium bis zum Ablauf der Wahlperiode 2031
- Keine weitere Erhöhung kommunaler Steuern
- Abbau unnötiger Bürokratie für Unternehmerinnen und Unternehmer
- Innovative Formen der Nahversorgung, z.B. 24/7-Supermärkte mit Selbstbedienung
Allgemeine Verwaltung
Für uns Freie Demokraten ist klar: Die Gemeindeverwaltung muss sich als Dienstleister für ihre Bürgerinnen und Bürger verstehen. Wir wollen ein modernes Rathaus mit Start‑up‑Atmosphäre, in dem Anliegen schnell, effizient und kompetent bearbeitet werden.
Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Verwaltung konsequent digitalisiert werden. Medienbrüche und überholte Arbeitsabläufe dürfen nicht länger zum Alltag gehören. Dass digital eingereichte Anträge im Rathaus zuweilen noch immer ausgedruckt, mit Eingangsstempel versehen, eingescannt und anschließend wieder digital weiterverarbeitet werden, ist weder zeitgemäß noch effizient. Solche Prozesse müssen der Vergangenheit angehören.
Der gezielte Einsatz moderner KI‑Anwendungen, insbesondere bei standardisierten Vorgängen, kann Abläufe beschleunigen, Mitarbeitende entlasten und die Servicequalität verbessern – selbstverständlich unter Beachtung von Datenschutz und Verantwortung.
Angesichts des sehr angespannten Gemeindehaushaltes halten wir eine zurückhaltende Personalplanung in Form einer „Personalbremse“ für erforderlich: Mit uns wird es in der kommenden Wahlperiode keine Ausweitung des Personalbestands im Rathaus geben. Auch die Personalquote – also der Anteil der Personalkosten am Gemeindehaushalt – darf in den nächsten fünf Jahren nicht steigen und soll perspektivisch sinken. Hierzu ist fortlaufend zu prüfen, ob freiwerdende Stellen, etwa durch Pensionierungen, tatsächlich in jedem Fall eins zu eins nachbesetzt werden müssen. Effizienzgewinne durch Digitalisierung und KI sollen gezielt genutzt werden, um den Personalbestand maßvoll zu steuern, ohne die Qualität der Verwaltungsarbeit zu beeinträchtigen.
Die Sitzungen der Ortsräte, des Gemeinderates und seiner Ausschüsse müssen so terminiert werden, dass sie auch für berufstätige Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker gut wahrgenommen werden können. Dies ist ein zentraler Baustein für die Vereinbarkeit von kommunalpolitischem Engagement, Beruf und Familie.
Wir sind davon überzeugt, dass bei Stellenbesetzungen im Rathaus ebenso wie bei der Wahl politischer Ämter, beispielsweise der stellvertretenden Gemeindebürgermeisterinnen und Gemeindebürgermeister, alle Bevölkerungsgruppen repräsentiert sein müssen. Parteitaktische Motive bei der Wahl dieser Ämter, wie sie unter der Mehrheitsgruppe von SPD und CDU an der Tagesordnung waren, wollen wir beenden.
Wir setzen uns für ein Rathaus ein, in dem wieder gerne gearbeitet wird. Die in den vergangenen Jahren hohe Personalfluktuation in der Bovender Gemeindeverwaltung halten wir für besorgniserregend. Gute Führung, transparente Entscheidungsprozesse und eine klare politische Verantwortung sind für ein gutes Arbeitsklima im Rathaus unerlässlich. Nicht erst die im Frühjahr 2026 latent gewordene Führungskrise im Kreishaus des Landkreises Göttingen hat offenbart, wie wichtig gute Führung in einer Kommunalverwaltung ist. Daran messen wir jede Hauptverwaltungsbeamtin und jeden Hauptverwaltungsbeamten – unabhängig vom Parteibuch. Bestrebungen, politische Kontrollrechte bei Personalentscheidungen einzuschränken, etwa durch deren Verlagerung allein auf den Bürgermeister, lehnen wir ab.
Unsere Forderungen auf einen Blick:
- Konsequente Digitalisierung der Gemeindeverwaltung; Einsatz von KI
- „Personalbremse“ für die Gemeindeverwaltung
- Familienfreundliche Terminierung kommunalpolitischer Sitzungen
- Repräsentanz aller Bevölkerungsgruppen bei repräsentativen Ämtern
- Gute Personalführung im Rathaus
Digitalisierung
Was in der Privatwirtschaft längst selbstverständlich ist, muss auch in der Verwaltung und der Kommunalpolitik endlich Einzug halten: Digitalisierung ist eines der wesentlichen Themen unserer Zeit und muss mit entsprechender politischer Priorität vorangetrieben werden.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. Wir fordern daher die Fortsetzung des flächendeckenden Ausbaus der Glasfaserinfrastruktur sowie einen zuverlässigen 5G‑Empfang im gesamten Gemeindegebiet. Weiße Flecken wie das Rodetal müssen endlich mit ausreichendem Mobilfunk‑ und Internetempfang versorgt werden.
Auch unser Rathaus muss konsequent digital werden: In Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes wollen wir, dass nicht nur die Terminvergabe, sondern zukünftig auch die vollständige Erledigung von Dienstleistungen im Bürgerbüro digital und ohne einen notwendigen Gang ins Rathaus funktioniert. Die Online-Services des Flecken Bovenden müssen dabei für alle Bürgerinnen und Bürger barrierefrei zugänglich sein. So soll beispielsweise der Internetauftritt der Gemeinde künftig auch in einfacher und leichter Sprache verfügbar gemacht werden.
Digitalisierung soll auch die kommunalpolitische Arbeit transparenter und zugänglicher machen. Wir fordern weiterhin die Einführung von Livestreams von Ratssitzungen sowie die Durchführung hybrider Gremiensitzungen. Diese Forderungen sind in der zu Ende gehenden Wahlperiode mehrfach an SPD und CDU gescheitert. Ihre Umsetzung würde jedoch den Zugang zur Kommunalpolitik erleichtern und insbesondere für ehrenamtlich Engagierte die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und politischem Engagement deutlich verbessern.
Gleichzeitig können durch digitale Verfahren Ressourcen im Rathaus effizienter genutzt werden. So sollen beispielsweise Niederschriften von Gremiensitzungen künftig nicht mehr ausschließlich auf handschriftlichen Notizen beruhen, sondern mithilfe digitaler und KI‑gestützter Verfahren erstellt werden.
Um die Digitalisierung auch im öffentlichen Raum sichtbar zu machen, wollen wir in allen acht Ortsteilen des Flecken Bovenden digitale Infotafeln installieren. Sie sollen die bisherigen Schaukästen für Papieraushänge ersetzen und aktuelle Informationen zeitgemäß, barrierearm und ressourcenschonend bereitstellen.
Unsere Forderungen auf einen Blick:
- Flächendeckender Ausbau von Glasfaser und 5G
- Vollständige Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen
- Barrierefreier Zugang des Online-Auftritts der Gemeinde
- Hybride Gremiensitzungen und Livestreams von Ratssitzungen
- Verwaltungserleichterungen durch KI-Anwendungen
- Digitale Infotafeln in allen acht Ortsteilen
Schlusswort
Der Flecken Bovenden steht in den kommenden Jahren vor wichtigen Entscheidungen. Dabei geht es nicht um große Ideologien, sondern um konkrete Lösungen für unseren kommunalen Alltag: gute Bildung, verlässliche Infrastruktur, eine leistungsfähige Verwaltung und solide Finanzen.
Als Freie Demokraten stehen wir für eine Politik der Vernunft. Wir wollen gestalten, ohne zu überfordern, investieren, ohne die finanzielle Handlungsfähigkeit unserer Gemeinde zu gefährden, und modernisieren, ohne den Blick für das Machbare zu verlieren. Freiheit, Eigenverantwortung und Bürgernähe sind für uns keine Schlagworte, sondern Maßstab unseres Handelns.
Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, diesen Weg mit uns zu gehen – sachlich, lösungsorientiert und mit einem klaren Blick für die Zukunft unseres Flecken Bovenden.