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FDP fordert mehr Offenheit und Sachorientierung im neuen Gemeinderat

In seiner konstituierenden Sitzung am 6. November 2026 hat der neue Gemeinderat des Flecken Bovenden seine Arbeit aufgenommen. Die FDP-Fraktion, die weiterhin aus Constanze Kohn und Jan Risting besteht, sprach sich zum Auftakt der neuen Wahlperiode für eine stärkere Sachorientierung, einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln und mehr Transparenz in der Kommunalpolitik aus. 

„Die Kommunalwahl hat die politischen Kräfteverhältnisse in Bovenden deutlich verändert. SPD und CDU verfügen zusammen nur noch über eine knappe Mehrheit. Dieses Ergebnis sollte für alle Fraktionen Anlass sein, die eigene politische Arbeit kritisch zu hinterfragen“, erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende Jan Risting. Während SPD und CDU 2019 noch gemeinsam über 21 Sitze verfügten, sind es heute nur noch 16. 

Die FDP hätte es deshalb begrüßt, wenn die bisherige Mehrheitsgruppe grundsätzlich hinterfragt worden wäre. „Wir halten wechselnde Mehrheiten für eine sinnvolle Möglichkeit, in Sachfragen die besten Lösungen zu finden. Entscheidend sollte das bessere Argument sein und nicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten politischen Gruppe“, so Risting. Im Ortsrat Lenglern habe sich die FDP aus diesem Grund bewusst gegen die Bildung einer festen Mehrheitsgruppe unter FDP-Führung entschieden. 

Für die neue Wahlperiode kündigte die FDP an, sich insbesondere für gute Schulen, sichere Schulwege, wohnortnahe Betreuungsangebote und eine verlässliche Unterstützung der Feuerwehren einzusetzen. Weitere Schwerpunkte seien bessere Busverbindungen, sichere Radwege, der barrierefreie Ausbau des Bahnhaltepunkts Lenglern sowie eine moderne und digitale Verwaltung. Angesichts der angespannten Haushaltslage müssten dabei klare Prioritäten gesetzt werden. Weitere kommunale Steuererhöhungen lehne die FDP ab. 

Gemeinsam mit der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen brachte die FDP in der konstituierenden Sitzung erneut einen Antrag zur Einführung von Livestreams aus Gemeinderatssitzungen ein. Die Verwaltung soll die technischen Voraussetzungen prüfen und eine entsprechende Änderung der Hauptsatzung vorbereiten. Dabei sollen die Persönlichkeitsrechte der Ratsmitglieder und der übrigen Sitzungsteilnehmer gewahrt bleiben. 

„Wir möchten, dass möglichst viele Menschen die Debatten im Gemeinderat verfolgen können – auch diejenigen, denen eine persönliche Teilnahme an den Sitzungen zum Beispiel aus familiären Gründen nicht möglich ist. Livestreams können dazu beitragen, kommunalpolitische Entscheidungen transparenter zu machen und das Interesse an der Arbeit des Gemeinderates zu stärken“, so Constanze Kohn.

Zum Abschluss seiner Rede appellierte der FDP-Fraktionsvorsitzende an alle Parteien, verstärkt junge Menschen für die Kommunalpolitik zu gewinnen. Risting ist auch in der neuen Wahlperiode das jüngste Mitglied des Bovender Gemeinderates. „Wir müssen Kommunalpolitik für die jüngere Generation attraktiver machen und jungen Menschen auf unseren Wahllisten echte Chancen eröffnen. Mehr Transparenz und digitale Beteiligungsmöglichkeiten können dazu einen Beitrag leisten.“ 

Die FDP-Fraktion freue sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Fraktionen und Gruppen im neuen Gemeinderat.